Rosmarin – Meerestau aus dem Mittelmeer

27.08.2023

Echter Rosmarin

Rosmarinus officinalis

Rosmarin ist ein sehr beliebtes Kraut, vor allem in der italienischen und französischen Gastronomie. Auf interessante Weise verfeinert es Speisen und verleiht ihnen ein unverwechselbares Aroma und einen Hauch von Meer. Es handelt sich um ein Kraut, das eine Fülle nützlicher Stoffe liefert, vor allem ätherische Öle, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken ...

Wie sieht Rosmarin aus?

Rosmarin ist ein immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler, der eine Höhe von 10–50 cm erreicht. Er hat charakteristische schmale, lanzettliche Blätter, die auf der Oberseite dunkelgrün und auf der Unterseite filzig weißgrau sind. Die Blüten des Rosmarins sind hellviolett oder weiß und blühen meist im Mai bis zum Beginn des Sommers. Die ganze Pflanze hat einen feinen Kampferduft. Rosmarin stammt aus dem Mittelmeerraum und ist daher ein sehr beliebtes Gewürz in Italien und anderen Küstenländern. Der lateinische Name Rosmarinus hat seinen Ursprung in den lateinischen Wörtern ros und marinus, was übersetzt „Meerstau“ oder „Tau des Meeres“ bedeutet.

Anbau und Vermehrung

Rosmarin gedeiht am besten in einem mäßig trockenen, kalkhaltigen Boden an einem geschützten Standort. Vermehrt wird er später im Frühjahr oder im Sommer vegetativ durch Stecklinge, die in ein zuvor vorbereitetes Beet gesetzt werden (in gutem Boden wurzeln die Stecklinge sofort). Im großen Stil wird er aus Samen gezogen, die in ein Frühbeet gesät werden. Rosmarin verträgt weder zu viel Sonne noch zu viel Wasser und ist sehr frostempfindlich.

Ernte von Rosmarin im Sommer

Vom Rosmarin werden die Blätter, gegebenenfalls auch grüne (nicht verholzte) Triebe geerntet. Die Blätter werden von den Zweigen und von Verunreinigungen befreit. Rosmarinblätter werden bei Temperaturen bis 35 °C (ätherische Droge) getrocknet und trocknen langsam. Sie werden in gut verschlossenen Gefäßen, geschützt vor Sonne und Feuchtigkeit, aufbewahrt.

Inhaltsstoffe

Rosmarin enthält ätherische Öle (Kampfer, Kampfen, Limonen, Borneol und Cineol), Gerbstoffe, Bitterstoffe, Harz und Saponine.

Heilende Eigenschaften von Rosmarin

Rosmarin unterstützt die Verdauung, wirkt desinfizierend, fördert die Durchblutung, steigert die Harnausscheidung und regt die Nervenaktivität an. In der traditionellen chinesischen Medizin wird er als wirksame Heilpflanze zur Stärkung des Gehirns verwendet – die enthaltenen ätherischen Öle stimulieren dessen Tätigkeit. Rosmarin hilft gegen Blähungen und bei niedrigem Blutdruck (vor allem frische Blätter, nüchtern 4–8 Stück kauen oder in Form von medizinischem Wein). Äußerlich angewendet, durch Einreiben mit einer alkoholischen Rosmarinlösung, hilft er bei Rheuma oder bei einer Entzündung des Ischiasnervs.

Ein Bad mit einem Rosmarinaufguss wirkt erfrischend und reinigt die Poren. Ein starker Sud kann zur Reinigung vorwiegend fettiger Haut, bei ekzematischer Haut, Wunden und Prellungen verwendet werden.

Rosmarinöl wird häufig in der Aromatherapie eingesetzt. Das Einreiben der Haut mit Rosmarinöl oder -tinktur verbessert die Durchblutung und lockert verspannte Muskeln und Gelenke. In der Kosmetik wird es Haarwässern, Seifen, Parfüms und einigen Mundwässern zugesetzt.

Verwendung von Rosmarin in der Küche

Rosmarin wird bei der Zubereitung von Gerichten aus Schweine-, Kalb- oder Lammfleisch verwendet, besonders in Kombination mit Wein. Wenn getrocknete Rosmarinblätter als Gewürz verwendet werden, ist es gut, sie vorher zu zerstoßen, da sie eine feste Struktur haben und im Ganzen in fertigen Gerichten störend wirken können. Rosmarin ist auch ein ausgezeichnetes Gewürz für Fisch und ist vor allem in der italienischen und französischen Küche beliebt, bekannt als Bestandteil der Kräutermischung der Provence. Er verleiht Speisen einen interessanten Geschmack. Außerdem ist er Bestandteil vieler Kräuterliköre. Im Süden Europas ist Rosmarinwein sehr beliebt (20 g Kraut werden in 1/4 l guten Weins eingelegt und mazeriert). Er kann pur oder wie Tee getrunken werden. Die maximale Tagesdosis sollte 1,5–2 g pro Tag nicht überschreiten.

Hinweis: Rosmarin ist innerlich in höheren Dosen giftig. Rosmarin ist nicht geeignet für kleine Kinder unter 5 Jahren sowie für schwangere und stillende Frauen. Er wird daher meist äußerlich in Form von Salben verwendet. Vor der Anwendung von Kräutern sollten ihre Wirkungen überprüft und die empfohlenen Tagesdosen nicht überschritten werden.