Lavendel – die Königin unter den Kräutern

23.06.2023

Wenn von Lavendel die Rede ist, erscheint vor vielen inneren Augen das wunderschöne Bild provenzalischer Felder mit endlosen Reihen violett blühender Pflanzen. Lavendel kann mit Recht als Königin der Heilpflanzen gelten – nicht nur in Frankreich, sondern inzwischen auf der ganzen Welt. Die bekannteste Art, der Echte Lavendel, hat ihren Ursprung im Mittelmeerraum und in Nordafrika.

Echter Lavendel

Lavendel gehört zu den beliebtesten Heilpflanzen und wird seit Jahrhunderten zu medizinischen Zwecken, zur Herstellung von Parfüms, zum Aromatisieren von Speisen oder in der Aromatherapie verwendet. Gleichzeitig ist er eine schöne, lichtliebende und nektarreiche Zierpflanze. Aufgrund seiner vielseitigen Verwendung ist Lavendel auf der ganzen Welt bekannt geworden, und fast jeder erkennt ihn an den schmalen Blättern und den meist violett-blauen Blüten an schlanken Stängeln.

Derzeit sind fast 50 Lavendelarten bekannt, doch die am weitesten verbreitete Art ist der Echte Lavendel. Er gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), ist ein immergrüner, buschiger, ausdauernder Halbstrauch mit intensivem Duft, der in Gärten in Kräuterbeeten sowie in freier Natur im Mittelmeerraum vorkommt. Der Name Lavendel leitet sich vom lateinischen Wort „lavare“ (waschen) ab, und die erste erhaltene schriftliche Erwähnung stammt aus dem Römischen Reich aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., wo die heilende Wirkung von Lavendel bei Insektenstichen oder zu deren Abwehr beschrieben wird.

Lavendel und seine heilenden Wirkungen

Lavendel enthält viele für den Menschen nützliche ätherische Öle, die seit Jahrhunderten verwendet werden. Er findet auch in der modernen Medizin Anwendung und seine Wirkungen wurden in vielen Fällen wissenschaftlich bestätigt. Dazu gehören vor allem seine beruhigenden Eigenschaften, die Wirkung gegen pilzbedingte Hautinfektionen, die Wundheilung und viele weitere. Zu den weiteren möglichen Wirkungen von Lavendel zählen die Behandlung von Depressionen, Bluthochdruck, prämenstruellem Syndrom, Ekzemen und anderen Erkrankungen.

Beruhigende Wirkungen von Lavendel

Die wohl bekannteste Eigenschaft von Lavendel ist seine beruhigende Wirkung. Er hilft bei Schlaflosigkeit, verbessert die Schlafqualität, beruhigt das zentrale Nervensystem und wirkt sich positiv auf das emotionale Gleichgewicht aus. Traditionell werden Lavendelblüten in kleine Kissen gefüllt, die vor dem Schlafengehen zur Beruhigung verwendet werden. Die beruhigende Wirkung von Lavendel kann durch das Trinken von Tee, die Einnahme von Extrakten in Form von Öl in Kapseln oder durch Aromatherapie erreicht werden. Die beruhigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem bei der Aromatherapie tritt nahezu sofort beim Einatmen des Lavendelduftes ein. Dies kann zum Beispiel vor einer ärztlichen Untersuchung oder in verschiedenen Stresssituationen genutzt werden.

Pilzhemmende und wundheilende Wirkungen von Lavendel

Die in Lavendel enthaltenen ätherischen Öle wirken gegen ein breites Spektrum von Pilzen, die verschiedene pilzbedingte Hautinfektionen verursachen. Lavendel ist auch in Fällen wirksam, in denen andere Antimykotika nicht anschlagen, was durch verschiedene Studien bestätigt wurde. Lavendelöl besitzt der Tradition nach wundheilende Eigenschaften bei Wunden unterschiedlicher Art und wird zur Behandlung von Insektenstichen eingesetzt.

Weitere mögliche Wirkungen von Lavendel

Lavendel wird seit Jahrhunderten zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt, doch diese heilenden Wirkungen warten noch auf eine Bestätigung durch wissenschaftliche Studien. Zu den Beschwerden, gegen die die wirksamen Inhaltsstoffe des Lavendels eingesetzt werden, gehören: Depression, Stress und Schlaflosigkeit, Linderung der Symptome des prämenstruellen Syndroms, Migräne, Säuglingskoliken, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Linderung von Entzündungen (z. B. Ohrenentzündung), Bluthochdruck, Ekzeme und Demenz.

Ernte und Trocknung von Lavendel

Für die Herstellung von Heil-Extrakten aus Lavendel werden grüne Stängel mit Blättern und vor allem die Blüten in frischer oder getrockneter Form verwendet. Die Lavendelernte wird idealerweise auf die Zeit der Vollblüte (Juni/Juli) an sonnigen Tagen gelegt, wenn die Pflanze den höchsten Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen aufweist. Für die Zubereitung von Tees, Tinkturen oder Lavendelöl eignen sich teilweise geöffnete Lavendelblüten, während für die möglichst lange Bewahrung des Dufts von getrocknetem Lavendel noch geschlossene Blüten (unmittelbar vor dem Aufblühen) geerntet werden. Die Trocknung von Lavendel erfolgt auf die gleiche Weise wie bei anderen Heilpflanzen.

Heilende Verwendung von Lavendel

Die in Lavendel enthaltenen ätherischen Öle haben heilende Wirkungen, die bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen genutzt werden. Zu diesem Zweck wird Lavendel in unterschiedlichen Formen angewendet, zu denen vor allem Lavendeltee, Lavendelöl, Lavendeltinktur, Lavendelessenz, Lavendelsirup oder Lavendelblütenwasser (Hydrolat) gehören.

Lavendel kann innerlich in Form von Tee oder Sirup eingenommen werden, um das Nervensystem zu beruhigen (Angstzustände, Unruhe, Schlaflosigkeit, Depression), zur Regulierung der Verdauung, gegen Husten oder zur Linderung des prämenstruellen Syndroms.

Die äußere Anwendung in Form von Lavendelöl, Abkochungen und Tinkturen wird bei der Behandlung von Pilzinfektionen der Haut, zur Wundheilung und zur Linderung von Ekzemen empfohlen. Die äußere Anwendung wird 2–3 Mal täglich empfohlen.

Lavendeltee

Die Zubereitung von Lavendeltee ist einfach – 5 g getrocknete (oder 20 g frische) Lavendelblüten in eine Tasse geben, mit kochendem Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und der Lavendeltee ist fertig. Durch Dosierung und Ziehzeit kann die Menge der wirksamen Stoffe im Lavendeltee beeinflusst werden. Der Tee kann 2–3 Mal täglich getrunken werden.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten von Lavendel

  • Waschen und Reinigen – Zugabe von ätherischem Lavendelöl direkt zur Wäsche, zu Seifen, Bädern sowie die Verwendung getrockneter Blüten in Badesalzen.
  • Kosmetik – Lavendelöl wird verschiedenen Kosmetikprodukten wie Cremes, gemischten Gesichtsölen oder Seifen zugesetzt. Aus Lavendel kann durch Destillation auch Blütenwasser (Hydrolat) hergestellt werden, das sich hervorragend als Gesichtswasser für alle Hauttypen eignet.
  • Speisen und Gewürz – bei der Zubereitung von Salatdressings, zum Aromatisieren von Honig, Soßen, Getränken, Lavendelsirup oder zur Zubereitung von Tee. Für Speisen werden frische oder getrocknete Blüten verwendet.
  • Zierpflanze – der Duft von Lavendel und die reiche Blüte in den Sommermonaten prädestinieren diese Staude für die Pflanzung in Zier- und Nutzgärten; sie eignet sich auch für Sträuße oder Trockenarrangements.

Nebenwirkungen von Lavendel

Lavendel sollte nicht mit Medikamenten kombiniert werden, die Schläfrigkeit verursachen, oder mit Arzneimitteln, die den Blutdruck senken. Da Lavendel das zentrale Nervensystem dämpft, sollte er 2 Wochen vor einem chirurgischen Eingriff nicht eingenommen werden.

Die Einnahme von Lavendel ist für kleine Jungen vor der Pubertät möglicherweise nicht sicher. Die in Lavendel enthaltenen Wirkstoffe beeinflussen die hormonelle Aktivität des menschlichen Körpers und können bei kleinen Jungen das hormonelle Gleichgewicht stören, was manchmal zu Gynäkomastie (abnorme Vergrößerung der Brustdrüsen) führt.

Die Sicherheit der Anwendung von Lavendel während der Schwangerschaft oder Stillzeit wurde bisher nicht nachgewiesen, daher sollten Mütter den Gebrauch dieser Heilpflanze in größeren Mengen sorgfältig abwägen.

Hinweis: Vor der äußeren oder inneren Anwendung jeglicher Kräuterprodukte ist sicherzustellen, dass keine Allergie gegen einen ihrer Bestandteile besteht. 


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Text - zdroj: https://www.chovatelahospodar.sk/tema/levandula-a-jej-ucinky.

Obrázky - zdroj: Canva.com.